05 März Prävention im Schnee
Prävention im Pulverschnee – Jugendliche trotzen der Lawinengefahr
Während die aktuelle Witterung mit massiven Schneefällen und der hohen Lawinenwarnstufe 4 („gross“) Schlagzeilen macht, wagen sich 40 Oberstufenschüler:innen der Schule Churwalden in der Schneesportwoche bewusst ins Gelände. Doch statt Leichtsinn stand Professionalität auf dem Plan: Jeweils einen Tag lang absolvierten die Jugendlichen einen Lawinenkurs, der Theorie und Praxis unter Extrembedingungen vereinte.
Theorie im Warmen, Praxis im Tiefschnee
Der Kurs ist Teil der Masterarbeit von Laura Stirnimann im Rahmen der Ausbildung zur Oberstufenlehrperson und befasst sich intensiv mit dem Risikoverhalten von Jugendlichen im Kontext von Lawinen. Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte! In diesem Alter beginnen viele, sich in „Peergroups“ ohne Begleitung Erwachsener abseits der Piste zu bewegen.
Der Tag startete jeweils im Restaurant Portal in Churwalden. In der Wärme wurden die ersten theoretischen Grundlagen gelegt, bevor es ernst wurde. Ausgerüstet mit professionellem Material der Firma Ortovox, das den Jugendlichen kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, ging es hinaus in die weisse Pracht.
Spurenlesen und Retten im Ernstfall
Trotz – oder gerade wegen – des enormen Neuschnees wurden während verschiedener Freeride-Abfahrten wichtige Geländemerkmale wie Hangsteilheit und Windzeichen analysiert. Nach einer stärkenden Mittagspause im Restaurant Stätz Damiez verlagerte sich der Fokus am Nachmittag auf den Ernstfall (Lawinenverschüttetensuche). Die Schüler:innen lernten den Umgang mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), das Sondieren und das richtige Schaufeln. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, teilweise in einem echten Lawinenkegel zu üben, was den Jugendlichen das Ausmass der Naturgewalt eindrücklich vor Augen führte.
Das Thema Erste Hilfe wurde bereits im Dezember in einem Projekttag mit den Oberstufenschüler:innen thematisiert. Die Jugendlichen durften an diesem Tag viel praktische Erfahrung sammeln. Reanimation, Wärmeerhalt, Druckverbände, Rettungsschlitten aus Ski oder Snowboard und vieles mehr standen auf dem Programm.
Starke Partner für die Sicherheit
Ein solches Projekt lässt sich nur mit breiter Unterstützung realisieren. Ein besonderer Dank gilt dem Hauptsponsor der IDEA helvetia Stiftung, die mit 2’000 CHF das Projekt massgeblich finanzierte und so 40 Jugendlichen diese lebenswichtige Erfahrung ermöglichte. Fachlich begleitet wurde der Kurs durch die enorme Erfahrung von Bergführer Stefan Bühlmann (buendnerberge.ch). Ein herzliches Dankeschön geht zudem an alle weiteren Unterstützer: Ortovox für die Lawinenausrüstung, Bächli Bergsport Chur für die Rettungsdecken, Rabiosa Energie und Schwitter & Wieland für die zusätzliche finanzielle Unterstützung der Jugend.
Dem SLF (Schnee- und Lawinenforschungsinstitut) in Davos und dem Snow Institute herzlichen Dank für das Ausbildungsmaterial und die fachliche Begleitung.
Danke der Samariterin Christine Guhler für die Unterstützung beim Erste-Hilfe-Kurs. Danke auch der Procamed AG und der Steinbockapotheke Chur für für die Unterstützung.
Die Jugendlichen kehrten am Abend erschöpft, aber glücklich heim – im Gepäck nicht nur tolle Erinnerungen an den Schnee, sondern wichtige Lektionen für das ganze Leben.





